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Zuckerrohr – zwischen Technik, Nachhaltigkeit und Umwelt

Zuckerrohr ist eine der wichtigsten Quellen für die weltweite Produktion von Kristallzucker. Pro Jahr werden weltweit 170 Millionen Tonnen Zucker produziert, wobei rund 80% davon aus Zuckerrohr und 20% aus Zuckerrüben gewonnen werden. Doch wie nachhaltig und umweltverträglich ist diese Produktion?

Zuckerrohr
Zuckerrüben

Subventionen und Ausbeutung

In vielen Ländern werden Farmbesitzer durch Subventionen unterstützt, um Zuckerrohr zu produzieren. Doch oft kommt es dabei zu Ausbeutung und Missbrauch von Arbeitern. Besonders in Mexiko wird Zuckerrohr auf großflächigen Plantagen angebaut. Um Platz für den Anbau zu schaffen, werden Wälder gerodet. Die Ernte erfolgt oft in der Nacht, da tagsüber leicht Brände entstehen können. Dabei werden die Pflanzen mit Feuer bearbeitet und anschließend gepresst.

Ertrag und Bezahlung

Eine Zuckerrohr-Graspflanze kann bis zu acht Jahre lang Ertrag liefern. Arbeitern auf Zuckerrohr-Plantagen wird oft eine Sozialversicherung gewährt. Die Bezahlung ist allerdings oft sehr niedrig, bei nur 2,30 $ pro Kilogramm. In den USA kostet ein Kilogramm Kristallzucker rund 35 Dollar.

Regulierung und Lobby-Politik

In Supermärkten wird Zuckerrohr-Produkte in großen Mengen angeboten. Die Zuckerindustrie ist eine sehr mächtige Lobby, die oft ihre Interessen durchsetzen kann. Das US Sugar Programm regelt den Import von Zucker aus anderen Ländern und schützt die heimische Zuckerindustrie. Dabei wird oft auch Zucker aus Mais verwendet.

Sklavenarbeit und Ausbeutung

Die Zuckerindustrie hat eine lange Geschichte der Sklavenarbeit und Ausbeutung. In Florida wird die Zuckerproduktion von den Unternehmen Florida Crystals und US Sugar kontrolliert. Diese werden oft auch als Big Sugar bezeichnet. Zur Ernte werden noch immer Macheten eingesetzt, was eine schwere körperliche Arbeit darstellt. Arbeiter haben oft Knebelverträge und werden in einem H2-Worker-Programm untergebracht. Die Arbeitsbedingungen sind oft menschenunwürdig. In der Dominikanischen Republik ist die Zuckerproduktion durch die Firma Central Romana geprägt. Arbeiter leben oft in Slums und in großer Armut.

Aktivismus und Sicherheit

Im Jahr 2011 gab es eine Untersuchung des Freihandelsabkommens in Bezug auf die Zuckerproduktion. Dabei wurden viele Missstände aufgedeckt, wie Zwangsarbeit und Entlassungen. Immer mehr Aktivisten setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und eine umweltfreundlichere Produktion ein. Dabei wird auch auf den Einsatz von Chemikalien zur Unkrautvernichtung und auf die Sicherheitsvorkehrungen für Arbeiter geachtet. In Haiti wurde die Zuckerproduktion durch eine Invasion der USA in den Jahren 1916-1924 geprägt. Dort werden oft Migranten statt Einheimische als Arbeiter beschäftigt. Bilaterale Verträge regeln die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsrecht.

Fazit

Die Zuckerproduktion aus Zuckerrohr ist ein komplexes Thema, das viele Aspekte von Technik, Nachhaltigkeit und Umwelt abdeckt. Die Produktion kann oft mit Ausbeutung, Sklavenarbeit und Umweltzerstörung einhergehen. Doch es gibt auch Initiativen und Aktivisten, die sich für eine nachhaltigere und menschenwürdige Produktion einsetzen. Es ist wichtig, bewusst einzukaufen und auf die Herkunft von Produkten zu achten, um eine positive Veränderung zu unterstützen. Auch Regierungen können durch Regulierung und Gesetzgebung einen Beitrag leisten, um eine nachhaltigere Zuckerproduktion zu fördern.

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