Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt werden immer deutlicher. Insbesondere die Folgen auf unsere Seen und Flüsse sind unübersehbar. Deutschland kämpft seit Jahren mit einer erhöhten Trockenheit und Wärme, die zu einer erhöhten Anzahl von Algen und invasiven Arten führt. Dies hat Auswirkungen auf die Fischpopulation und kann zu einer giftigen Algenblüte führen. Wissenschaftler der Technischen Universität München forschen zu diesem Thema und versuchen zu verstehen, wie sich die Natur unter Wasser verändert.
Giftige Algenblüten und Grundwassermangel
Blaualgenblüten treten häufig auf, wenn sich der See über den Winter abkühlt und das Wasser etwa vier Grad hat. Dann reicht ein stärkerer Wind, um sauerstoffarmes Wasser vom Seegrund und sauerstoffreiches Oberflächenwasser zu vermischen. Wird kein Sauerstoff auf diese Weise in die Tiefe transportiert, dann können sich dort Blaualgen stark entwickeln. Sie lieben sauerstoffarmes Wasser und sondern Giftstoffe ab, die in höheren Dosierungen toxisch sein können.
Doch wie sieht es bei Seen aus, die primär über das Grundwasser gespeist werden? Die Wasserstände der Seen haben sich erholt, aber die Grundwasserspiegel sind weiter niedrig. Das könnte künftig wieder zum Problem werden. Entwässerungsgräben neben Feldern und Straßen sind problematisch, da das Wasser ins Meer fließt und nicht als Grundwasser zur Verfügung steht. Experten empfehlen, diese Gräben zuzuschütten, damit der Boden das Wasser speichert und es nur langsam wieder abgibt, auch noch in Trockenphasen.
Auswirkungen auf die Fischpopulation
Die Erderwärmung beeinträchtigt auch die Tiere in Seen und Flüssen. In Bayern ziehen sich die Bachforellen immer weiter in die Oberläufe zurück, wo das Wasser noch die gewohnte Temperatur hat. In den Unterläufen werden sie dann von den Regenbogenforellen ersetzt, die mit den Bedingungen besser zurechtkommen. Eine ähnliche Situation betrifft auch den Huchen, eine riesige Forellenart, die nur in der Donau und in ihren Nebenflüssen vorkommt. Die Folge ist ein erheblicher Rückgang der Fischpopulation.
Invasivarten verbreiten sich durch Extremwetterlagen
Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich auch in der Verbreitung von invasiven Arten. Durch die Zunahme von Extremwetterlagen breiten sich Generalisten aus und passen sich den veränderten Bedingungen an. Ein Beispiel dafür sind Dreikantmuscheln, die vor Jahren eingeschleppt wurden und nun immer mehr Teiche und Seen bevölkern. Experten sprechen von „McDonaldisation“, da immer mehr Arten in verschiedensten Gewässern weltweit anzutreffen sind.
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