Einleitung
Das schwarze Gold hat viele Namen und ist seit dem 20. Jahrhundert einer der wichtigsten Rohstoffe unserer Zeit. Mit der steigenden Nachfrage nach Öl sind auch die reichsten Länder der Welt entstanden – fünf davon befinden sich im Nahen Osten. Saudi Aramco, das staatliche Ölunternehmen Saudi-Arabiens, machte alleine im Jahr 2019 einen Gewinn von 111 Milliarden Dollar. Doch dieser Reichtum hat auch seinen Preis.
Seit dem 1. Weltkrieg und der Entdeckung von Ölfeldern im Nahen Osten ist die Nachfrage nach dem flüssigen Gold stetig gestiegen. Es wird für alles von Benzin bis zu Kunststoffen und Medizin benötigt. Großbritannien und Frankreich sicherten sich während des Krieges den Zugang zu den Ölquellen. Doch mit der Zeit wurden auch andere Länder auf die Vorkommen aufmerksam.
Öl befindet sich nicht nur an der Erdoberfläche, sondern auch im Meeresboden und wird durch Plankton gebildet, das unter Druck und Hitze zu Öl wird. Während des 2. Weltkrieges wurde intensiv nach neuen Ölvorkommen gesucht und schließlich in Kuwait, Katar und Saudi-Arabien fündig. Die Unabhängigkeit der Länder von den Kolonialmächten führte jedoch auch zu Konflikten und Kriegen. Der Iran und der Irak kämpften um die Vorherrschaft in der Region und setzten Waffen gegen Öl ein. Saddam Hussein besetzte Kuwait und versuchte, die Ölfelder zu kontrollieren.
1960 gründeten die ölfördernden Länder der Region die OPEC, um ihre Preise und Produktion zu koordinieren. Die Ölkrise von 1973, als die OPEC ihre Exporte einschränkte und die Ölpreise in die Höhe trieb, führte zu Misstrauen und Spannungen zwischen den Ländern und den Industrienationen. Der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak in den 1980er Jahren und der Irak-Krieg von 1991 zeigten, wie sehr die Welt von der Ölversorgung aus dem Nahen Osten abhängt.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem Irak-Krieg von 2003 hat sich die Lage verändert. Die USA sind seit 2008 selbst einer der größten Ölproduzenten der Welt, dank Fracking.
Doch trotzdem stammen immer noch 48% des weltweiten Erdöls aus dem Nahen Osten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Abhängigkeit von diesem wichtigen Rohstoff in Zukunft verändern wird und ob alternative Energiequellen die Ölproduktion in der Region ablösen werden.
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