Die Oder, einer der wichtigsten Flüsse Europas, sieht sich erneut mit einer verheerenden Umweltkatastrophe konfrontiert. In den Seitenkanälen der Oder in Polen sind Hunderte Kilogramm Fisch verendet, was das Umweltministerium in Warschau alarmiert hat. Bereits im letzten Sommer kam es zu einem massiven Fischsterben in der Oder, das sowohl Polen als auch Brandenburg betraf. Angesichts der aktuellen Situation hat das polnische Umweltministerium nun einen Krisenstab einberufen, um schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen.
Giftige Goldalge und steigende Wassertemperatur als Risikofaktoren
Als Hintergrund der aktuellen Umweltkatastrophe wurde festgestellt, dass in den Kanälen des Verwaltungsbezirks Opole in Polen tote Fische entdeckt wurden. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet von insgesamt betroffenen Fischen. Bereits im April und Mai wurde außerdem die giftige Goldalge Prymnesium parvum nachgewiesen. Von dem Fischsterben waren der Gleiwitzer Kanal, der von der Oder abzweigt, sowie der Kedzierzyn-Kanal betroffen, der vom Gleiwitzer Kanal abzweigt und zu den Stickstoffwerken in Kedzierzyn-Kozle führt.
Ein weiterer Faktor, der das Risiko eines erneuten Fischsterbens begünstigt, ist der deutliche Anstieg der Wassertemperatur in der Oder. Diese Umstände haben dazu geführt, dass der Krisenstab bereits eingesetzt wurde, um die Situation schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen.
Maßnahmen des Krisenstabs zur Verhinderung einer Umweltkatastrophe
Der Krisenstab hat bereits erste Empfehlungen ausgesprochen, um das erneute Auftreten einer Umweltkatastrophe zu verhindern. Demnach sollen die Altarme der Oder vorübergehend abgeriegelt und natürliche Barrieren in Rückhaltebecken errichtet werden, um die Ausbreitung der giftigen Goldalge zu stoppen. Zudem wird empfohlen, die Einleitungen von Industrie- und Haushaltsabwässern systematisch zu kontrollieren und von der Wassertemperatur abhängig zu steuern. Eine weitere Maßnahme besteht darin, die Gewässer mit Sauerstoff anzureichern, um das Überleben der Fische zu unterstützen.
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