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Sorgen in der Industrie: Was der Ausstieg aus der Atomkraft für Netzstabilität und Strompreise bedeutet

Am 14. April 2023 endete die zivile Nutzung der Atomenergie in Deutschland. Während sich einige über diese Entwicklung freuen, sind viele Unternehmen skeptisch, wie es nach dem Atomausstieg mit der Energieversorgung weitergehen wird. Insbesondere energieintensive Betriebe, wie die Aluminiumproduktionsfirma Trimet, fürchten eine Unterbrechung ihrer Produktion durch Stromausfälle, die die Netzstabilität und die Strompreise beeinträchtigen können.

Strombedarf für industrielle Produktion

Für viele energieintensive Unternehmen wie Trimet, ist der Strombedarf immens. Die Öfen für die Aluminiumproduktion müssen auf 960 Grad erhitzt werden, um die Hitze stabil zu halten, und das ausschließlich mit Strom. Trimet berichtete, dass es in der Vergangenheit 240 mal an ihren drei deutschen Standorten zu Stromunterbrechungen gekommen sei. Netzbetreiber können durch Sofortmaßnahmen das Stromnetz stabilisieren, um Schwankungen auszugleichen. Allerdings kann es ein Jahr dauern, um das System nach einem Stromausfall wiederherzustellen.

Strompreise beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit

Nicht nur der Stromausfall ist für Unternehmen wie Trimet ein Problem, sondern auch die immensen Energiekosten, die mit den hohen Strompreisen in Deutschland verbunden sind. Das Unternehmen musste bereits zwei Drittel seiner Öfen in Hamburg abschalten und konkurriert nun mit Unternehmen aus Ländern, die deutlich weniger für Strom zahlen.

Risiko von Reserve-Kraftwerken

Die Verfügbarkeit von Energie aus Produktion im eigenen Land ist nicht immer garantiert, wie der Professor für Energieverteilung und Hochspannungstechnik an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg erklärt. Den Ausstieg aus der Atomkraft hält er in der jetzigen Situation für einen Fehler, insbesondere wenn zur Überbrückung klimaschädliche Kohlekraftwerke anfährt werden. Reserve-Kraftwerke, wie zum Beispiel Kernkraftwerke, sind wichtig für die Stromerzeugung an Tagen, an denen Wind- und Solaranlagen nicht genug Strom liefern können.

Investitionen im Ausland

Das Unternehmen Wälzholz stellt Elektrobänder her, die für die E-Mobilität und die Generatoren von Windkraftanlagen benötigt wird. Aber auch hier ist die Produktion aufgrund der hohen Energiekosten in Deutschland teuer geworden. Das Unternehmen ist zu Maßnahmen gezwungen, die in der Belegschaft aufhorchen lassen. Eine größere Investition in Planung soll die Fertigungskapazitäten in Brasilien erweitern, wo Strom nur ein Drittel dessen kostet, was er in Deutschland kostet.

Abhängigkeit vom Ausland

Ein weiteres Problem ist die Abhängigkeit von anderen Ländern. Der Vorstand von Wälzholz sieht Deutschland in Gefahr, in eine neue Abhängigkeit zu geraten, die besonders für die deutsche Energiewende gefährlich werden kann.

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