Die Digitalisierung hält Einzug in unseren Städten. Im Smart City Index des Digital-Branchenverbandes Bitkom schneiden nicht nur Metropolen, sondern auch Städte wie Trier, Ulm und Nürnberg gut ab. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Nutzung von digitaler Technologie, um Städte nachhaltiger und effizienter zu machen. Ein Beispiel hierfür ist die intelligente Steuerung der Abwasserreinigung in Trier, die mithilfe von künstlichen neuronalen Netzen (KIs) Energie sparen kann. Die KI berechnet in Echtzeit, wie das Abwasser in den Reinigungsbecken am effizientesten gereinigt werden kann und steuert auch die Leitung des Abwassers durch das Kanalnetz.
Bürgerbeteiligung und Datenmanagement
Aber auch die Bürgerbeteiligung spielt eine wichtige Rolle für eine smarte Stadt. Trier hat eine Bürgerbeteiligungsplattform, auf der sich 2500 Bürgerinnen und Bürger anmelden können und beispielsweise bei der Wahl von Straßennamen oder der Standortsuche für versenkbare Poller mitwirken können. Auch Beschwerden können digital eingereicht werden. Im Bereich Mobilität will Trier Daten von Sensoren an Straßenlaternen und Bodensensoren an Parkplätzen nutzen, um den Verkehr in der Stadt besser zu steuern und den CO2-Ausstoß zu reduzieren.
Datenmanagement ist unerlässlich
Gutes Datenmanagement ist eine weitere Grundlage für eine erfolgreiche Stadtdigitalisierung. Daten können nicht nur für das Bauamt, sondern auch für den Bildungs- und Mobilitätsbereich relevant sein. In Trier sollen Sensoren und LED-Tafeln Autofahrern alternative Routen vorschlagen, wenn ein Parkplatz voll ist oder eine Verkehrsachse blockiert ist. Doch der Datentransfer scheitert häufig, weil viele Städte noch zu analog arbeiten.
Herausforderungen für die Digitalisierung der Verwaltung
Auch die Digitalisierung der Verwaltung ist für eine Smart City unerlässlich, jedoch noch ausbaufähig. Nur ein Bruchteil der insgesamt 575 „Leistungsbündel“ der Behörden war Ende letzten Jahres für alle Bürgerinnen und Bürger online verfügbar, obwohl das Online-Zugangsgesetz dies vorsah. In Trier sind mittlerweile 80 digitale Leistungen verfügbar, doch es fehlt an standardisierter Software und einer klareren Priorisierung, welche Leistungen schnellstmöglich umgesetzt werden müssen.
Digitalisierung als Standortfaktor
Die Digitalisierung ist nicht nur für Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für die Wirtschaft von Bedeutung. Die Kommunen müssen die Digitalisierung als Standortfaktor begreifen, in den es sich trotz klammer Kassen zu investieren lohnt. Der Bund hat bereits Fördermittel für Modellprojekte zur Verfügung gestellt, jedoch werden diese nur wenig abgerufen. Es wird Zeit, dass die Lösungen, die seit Jahren existieren, auch flächendeckend umgesetzt werden, um unsere Städte nachhaltiger und effizienter zu gestalten.
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