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Schweiz: Europas Bahn-Land Nummer 1 – Ein Paradies für Bahnliebhaber

Die Schweiz ist das Bahnland Nummer 1 in Europa, und das nicht nur für die Einwohner, sondern auch für die vielen Besucher, die das Alpenland bereisen, um die außergewöhnlichen Attraktionen des Schweizer Bahnnetzes zu erleben. Besonders in Graubünden gibt es viel zu entdecken, von berühmten Zugstrecken bis hin zu beeindruckenden Ingenieurskunstwerken, die perfekt in die Natur eingebettet sind. Dieser Beitrag gibt Einblicke in die Highlights der Region und liefert nützliche Tipps und Tricks rund um die Rhätische Bahn.

Graubünden: Ein Paradies für Eisenbahnenthusiasten

In Graubünden verkehren zwei der bekanntesten Züge der Schweiz: der Bernina Express und der Glacier Express. Aber das ist noch lange nicht alles. Die Region bietet auch nostalgische Zugfahrten, ein Eisenbahnmuseum und diverse Wanderwege entlang der Zugstrecken. Ein zentraler Punkt für Bahnabenteuer ist Filisur, ein kleiner Ort mit etwa 400 Einwohnern, wo stündlich Regionalzüge sowie der Bernina und der Glacier Express halten. Filisur ist auch der Ausgangspunkt zum weltberühmten Landwasserviadukt.

Das Landwasserviadukt: Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst

Das Landwasserviadukt ist ein absolutes Highlight für jeden Bahnfan. Erbaut vor über 120 Jahren, überspannt es mit einer Höhe von 65 Metern und einer Länge von 136 Metern den Fluss Landwasser. Es besteht aus sechs Bögen mit einer Spannweite von jeweils 20 Metern, die auf fünf massiven Pfeilern ruhen. Besonders beeindruckend ist das südöstliche Widerlager, das direkt in eine hohe Felswand eingebettet ist und das Gleis unmittelbar in den 216 Meter langen Landwassertunnel führt. Das Viadukt ist Teil der Albula-Bahn, die 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Jährlich überqueren rund 22.000 Züge das Bauwerk.

Die Albula-Bahn: Eine malerische Zugreise

Die 62 Kilometer lange Albula-Bahn führt von Thusis über Filisur und Bergün bis ins 1.000 Meter höher gelegene St. Moritz. Besonders hervorzuheben sind die Kehrtunnel zwischen Bergün und Preda sowie der 6 Kilometer lange Albulatunnel, dessen ursprüngliche Röhre ebenfalls Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut wurde. In Bergün befindet sich zudem das bekannte Eisenbahnmuseum Albula, das einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Rhätischen Bahn bietet.

Der Bernina Express: Eine Reise durch hochalpine Landschaften

Der Bernina Express, bekannt als der „langsamste Schnellzug der Welt“, fährt von Chur nach Tirano und überwindet dabei die höchsten Bahngleise Europas. Auf einer Höhe von 2.253 Metern passieren die Züge 55 Tunnel und 196 Brücken. Die Fahrt dauert etwa vier Stunden und bietet spektakuläre Ausblicke auf hochalpine Landschaften wie das Bernina-Massiv und den Morteratsch-Gletscher. Auch wenn die Reise nicht günstig ist, lohnt sich jede Minute dieser außergewöhnlichen Bahnfahrt.

Der Glacier Express: Der Panoramazug der Superlative

Der Glacier Express verbindet St. Moritz und Zermatt und führt durch die Kantone Wallis, Uri und Graubünden. Auf seiner fast 300 Kilometer langen Strecke überquert der Zug 291 Brücken und durchfährt 91 Tunnel, darunter den über 2.000 Meter hohen Oberalppass. Besonders eindrucksvoll sind die Passagen durch die Rheinschlucht, die oft als der „Grand Canyon der Schweiz“ bezeichnet wird. Der Glacier Express verkehrt fast das ganze Jahr über und bietet im Winter besonders faszinierende Ausblicke.

Nostalgiezug der Rhätischen Bahn: Eine Reise in die Vergangenheit

Der Nostalgiezug der Rhätischen Bahn führt von Filisur nach Davos und zurück. Auf dieser Fahrt erleben die Passagiere historische Streckenführungen und beeindruckende Viadukte wie das Wiesener Viadukt, die höchste Brücke im Netz der Rhätischen Bahn. Das Rollmaterial des Nostalgiezuges umfasst eine Vielfalt an historischen Wagen, darunter ein 1. Klasse-Wagen aus dem Jahr 1903 und ein 3. Klasse-Wagen aus dem Jahr 1932. Normalerweise gezogen von der legendären Kultlokomotive „Krokodil“, wird diese derzeit wegen Reparaturarbeiten von einer GE 4/4 I ersetzt.

Tipps und Tricks für Bahnerlebnisse in Graubünden

Als Ausgangspunkt für Bahnabenteuer in Graubünden eignen sich besonders Orte wie Filisur, die zahlreiche Verbindungen bieten. Empfehlenswert ist ein Besuch des Hotels Grischuna in Filisur, das komfortable Zimmer mit Blick auf die Bahn oder die Berge bietet. Wer das Landwasserviadukt besichtigen möchte, sollte entweder einen halbstündigen Fußmarsch oder die Mini-Bahn „Landwasser Express“ vom Bahnhof Filisur aus wählen, um sicher zum richtigen Viadukt zu gelangen.

Fazit

Die Schweiz bietet Bahnliebhabern eine unvergleichliche Vielfalt an beeindruckenden Zugstrecken und Ingenieurskunstwerken. Besonders Graubünden mit seinen berühmten Zügen und historischen Bahnbauwerken ist ein Paradies für Eisenbahnfreunde. Ob Bernina Express, Glacier Express oder Nostalgiezug – eine Reise durch die Schweizer Alpen ist ein unvergessliches Erlebnis.

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