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Pilotprojekt in den Niederlanden: Windräder zum Schutz von Zugvögeln gestoppt

Der schnelle Ausbau der Windkraft stellt eine zunehmende Bedrohung für Zugvögel dar. Die Niederlande haben nun eine innovative Lösung gefunden, um den Tieren einen sicheren Durchzug zu ermöglichen. Sie haben erstmals Windräder in ihren Offshore-Windparks vorübergehend abgeschaltet.

Millionen Zugvögel sind auf ihren jährlichen Wanderungen auf eine sichere Passage angewiesen. Um ihnen diese Sicherheit zu bieten, wurden am Samstag die Offshore-Windkraftanlagen in Borssele und Egmond aan Zee für vier Stunden abgeschaltet. Die niederländische Regierung reagierte damit auf eine Vorhersage über einen massiven Vogelzug über der Nordsee.

Ein einzigartiges Vorhaben zum Schutz der Natur

Das Abschalten der Windräder ist weltweit ein einzigartiges Vorhaben zum Schutz der Vögel. Die niederländische Regierung hat das Ziel, die Auswirkungen der Windparks auf die Natur so gering wie möglich zu halten. Nach Abschluss der Pilotphase im Herbst sollen die Windparks voraussichtlich häufiger abgeschaltet werden.

Um den Vögeln einen sicheren Durchzug zu gewährleisten, sollen die Windparkbesitzer die Geschwindigkeit der Windturbinen während der vorhergesagten nächtlichen Zugzeit auf maximal zwei Umdrehungen pro Minute reduzieren. Dieser Ansatz zeigt, dass Technologie und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können, um die Umwelt zu schützen.

Vorhersage des Vogelzugs dank innovativem Modell

Im Jahr 2022 entwickelte ein Doktorand der Universität Amsterdam ein Modell, das Wetterdaten nutzt, um den Vogelzug zwei Tage im Voraus vorherzusagen. Dies ermöglicht es dem Netzbetreiber Tennet, die Stabilität des Hochspannungsnetzes zu gewährleisten und die Abschaltung der Turbinen rechtzeitig einzuleiten.

Im Frühjahr und Herbst ziehen in manchen Nächten Millionen von Vögeln über die Nordsee. Angesichts der zunehmenden Zahl von Windparks in diesem Gebiet ist es äußerst wichtig, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien minimale Auswirkungen auf das Ökosystem der Nordsee hat.

Windparks in Deutschland: eine wachsende Gefahr für Zugvögel

Auch in Deutschland stellt der geplante starke Ausbau der Windenergie auf Nord- und Ostsee nach Ansicht von Biologen eine zunehmende Gefahr für Zugvögel dar. Derzeit stehen vor den deutschen Küsten 22 Windparks in der Nordsee und drei in der Ostsee, mit einer Gesamtleistung von 8,1 Gigawatt. Bis 2030 soll diese Leistung auf 30 Gigawatt steigen, und bis 2045 ist laut dem Windenergie-auf-See-Gesetz eine Gesamtleistung von mindestens 70 Gigawatt geplant.

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