Die Zukunft der Energiegewinnung liegt in der Nachhaltigkeit und dem Schutz unserer Umwelt. Ein spanisches Forschungsteam von der Universität Pamplona hat nun ein wegweisendes System entwickelt, das genau diese beiden Aspekte miteinander verbindet. Auf der atemberaubenden Insel Lanzarote im Timanfaya-Nationalpark wurde ein bahnbrechendes Patent getestet, das sauberen Strom aus vulkanischer Erdwärme gewinnt. Das Beste daran: Das System kommt ganz ohne mechanische Verschleißteile aus und ermöglicht eine umweltfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen.
Geothermie auf eine neue Art
Geothermische Energie wird bereits an verschiedenen Orten weltweit genutzt, jedoch ist das Forschungsprojekt auf Lanzarote einzigartig in seiner Herangehensweise. Anstatt aufwändige Bohrungen und Eingriffe in die Umwelt vornehmen zu müssen, nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die natürliche Hitze, die nur wenige Meter unter der Oberfläche des Timanfaya-Nationalparks zu finden ist. Bisher wurde das geothermische Potenzial Lanzarotes aus Rücksicht auf die Umwelt und den Tourismussektor nicht genutzt. Doch das könnte sich nun dank des innovativen Systems ändern.
Eine Technologie ohne bewegliche Teile
Der Prototyp des Systems beeindruckt mit seiner Einfachheit und Effizienz. Ein zwei Meter langer Metallstab, an dessen oberem Ende mehrere Module seitlich angebracht sind, wird behutsam in ein vorbereitetes Loch herabgelassen. Dort werden einige Röhren mit Wasser eingebaut. Die Module bestehen aus Halbleitern und nutzen den sogenannten Seebeck-Effekt, bei dem Elektronen zum kühleren Ende wandern und dabei eine elektrische Spannung erzeugen. Je größer der Temperaturunterschied ist, desto höher ist die erzeugte Thermokraft. Mit Hilfe effizienter Wärmetauscher gelangt die Hitze aus der Luft in die Module, wo sie in Strom umgewandelt wird.
Unglaubliche Hitzepotenziale
Die Ergebnisse sind beeindruckend. Das Team hat herausgefunden, dass die Luft in zwei Metern Tiefe erstaunliche 426 Grad Celsius erreicht. Diese enorme Hitze wird durch die effektive Konstruktion der Wärmetauscher genutzt, um Strom zu erzeugen. Die Forscherinnen und Forscher sind zuversichtlich, dass ein solches System den Strombedarf einer vierköpfigen Familie decken kann. Mit großer Begeisterung wird bereits daran gearbeitet, das Restaurant am Aussichtspunkt „Islote de Hilario“ mit Strom aus den neuen Anlagen zu versorgen. Besucher können dabei hautnah miterleben, wie ein Wasserdampfstrahl fauchend in die Höhe schießt, wenn ein Parkmitarbeiter einen Eimer Wasser in eine der Röhren gießt.
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