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Neuer Fahrgastrekord dank Doppelstock

Die ÖBB revolutionieren den Fernverkehr mit dem KISS

Die österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) setzen mit ihrer neuesten Innovation einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität, Komfort und Kapazität im Fernverkehr. Mit der Vorstellung der neuen Fernverkehrsvariante des Doppelstock Cityjets, dem sogenannten KISS (komfortabler, innovativer, spurtstarker S-Bahnzug), bringt die ÖBB frischen Wind auf die Schienen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Warum dieser Zug so besonders ist, wie er die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit im Bahnverkehr stärkt und was Pendler und Reisende davon erwarten dürfen, erfahren Sie hier.

Ein Doppelstockzug mit neuem Tempo und Komfort

Zum ersten Mal setzt die ÖBB im Fernverkehr auf einen vollwertigen Doppelstockzug, der eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreicht. Damit hebt sich der KISS deutlich von den bisherigen, eher einstöckigen und lockbespannten Fernverkehrszügen ab. Während der Konkurrent Westbahn bereits auf ältere Generationen dieses Zugtyps setzt, plant die ÖBB den Einsatz der sechs-teiligen Doppelstockzüge im sogenannten Railad Branding ab Ende 2026.

Bereits diesen Herbst wird ein Vorgeschmack geliefert: Die ÖBB bringen gebrauchte KISS der ersten Generation zum Einsatz, die ursprünglich von der Westbahn genutzt und später von der Deutschen Bahn übernommen wurden. Doch der wirklich neue Impuls kommt mit dem modernen KISS, der erstmals mit einer Fernverkehrsfront ausgestattet ist – ein Novum bei den österreichischen Bundesbahnen.

Mehr Kapazität und Komfort für eine nachhaltige Mobilität

Die neuen Railjet-Züge auf der Westbahnstrecke zwischen Wien und Salzburg steigern die Kapazität um rund 20 Prozent. Das bedeutet mehr Platz für Reisende auf einer der meistfrequentierten Verbindungen Österreichs. Das ist nicht nur ein Gewinn für die Bequemlichkeit, sondern auch ein wichtiger Schritt hin zu umweltfreundlicherem Verkehr: Mehr Fahrgäste in einem Zug bedeuten weniger individuelle PKW-Fahrten und damit reduzierte Emissionen.

Besonders bemerkenswert ist die Anpassung der Fahrzeuge an die regionalen Besonderheiten: Während auf der Südstrecke bis in die 2030er Jahre aufgrund der Semmering-Bergstrecke nur einstöckige Fahrzeuge zugelassen sind, werden durch die Freisetzung der bisherigen einstöckigen Züge durch die neuen Doppelstöcke Kapazitäten für die stark nachgefragte Südstrecke frei.

Aerodynamik und Raumgefühl neu definiert

Der Railjet KISS überzeugt nicht nur mit Leistung, sondern auch mit durchdachtem Design. Die Frontpartie, gestaltet vom renommierten Schweizer Designbüro Nose, ist aerodynamisch optimiert – schlanke Frontlichter und eine nach unten verjüngte Form sorgen für weniger Luftwiderstand und damit für mehr Energieeffizienz.

Das Raumgefühl ist dank eines breiteren Lichtraumprofils besonders luftig und angenehm. Insgesamt bieten die sechs Wagen 480 Sitzplätze, wobei bewusst auf ein großzügiges Raumgefühl und Komfort gesetzt wurde – etwa durch breite Sitzabstände, großzügige Gepäckablagen mit NFC-fähigen Absperrvorrichtungen und sogar einen Lok-Simulator für Kinder. Niederflurige Einstiege gewährleisten zudem einen barrierefreien Zugang.

Komfort und Geschwindigkeit im Vergleich

Natürlich gibt es auch kritische Punkte: Die Sitzpolster fallen in beiden Klassen relativ hart aus, und gepolsterte Armlehnen fehlen. Auch die Anzahl der Mülleimer ist begrenzt. Zudem sind die neuen Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h etwas langsamer als die bisherigen Railjets, können aber dank schnellerer Beschleunigung die Fahrzeiten ausgleichen.

Ein weiterer Verzicht wurde bei Bordgastronomie gemacht: Statt eines Bordrestaurants gibt es Snack- und Getränkeautomaten in zwei Cateringzonen, was den Fokus auf mittlere bis kürzere Distanzen unterstreicht.

Warum neue Züge entscheidend sind

Der Grund für die umfangreichen Neubeschaffungen ist klar: Die ÖBB erleben Rekordzahlen bei Fahrgastzahlen und reagieren mit modernem, effizientem Rollmaterial. Das bedeutet weniger Pendler in Autos, geringere Emissionen und eine Stärkung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs als nachhaltige Alternative.

330 neue Züge für Nah- und Fernverkehr wurden bestellt – ein klares Signal für die Zukunft. Die Doppelstockzüge sind dabei ein zentraler Baustein, um Kapazität und Service auf stark frequentierten Strecken zu verbessern und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck des Verkehrs zu verringern.

Ein moderner Nah- und Fernverkehr für Österreich

Bis Ende 2027 sollen alle 14 neuen Doppelstock-Fernverkehrszüge ausgeliefert sein – weitere 60 Fahrzeuge sind bereits im Rahmenvertrag vorgesehen. Damit positionieren sich die ÖBB stark für die nächsten Jahrzehnte.

Der neue Semmering-Basistunnel, dessen Inbetriebnahme für die 2030er Jahre geplant ist, eröffnet zudem ganz neue Einsatzmöglichkeiten für die Doppelstockzüge auf Strecken wie Graz und Klagenfurt.

ÖBB setzt auf Innovation für eine nachhaltige Mobilität

Die neuen KISS-Doppelstockzüge der ÖBB sind ein Meilenstein in Sachen Technik, Kapazität und Umweltfreundlichkeit. Sie tragen dazu bei, den Schienenverkehr attraktiver und nachhaltiger zu gestalten – ein wichtiger Beitrag für eine klimagerechte Zukunft. Mit moderner Technik, durchdachtem Design und einem klaren Fokus auf Fahrgastkomfort setzen die ÖBB Maßstäbe im Fernverkehr.

Die Herausforderung wird sein, den Fahrgastrekord mit entsprechender Infrastruktur und kluger Politik zu begleiten, um die Verkehrswende wirklich voranzutreiben.

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