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Mögliche Umstellung bei der Post: Briefe erster und zweiter Klasse

Die Deutsche Post denkt darüber nach, Briefe in Zukunft in zwei Geschwindigkeiten beim Empfänger ankommen zu lassen. Das bedeutet, dass Briefe der ersten Klasse am nächsten Tag beim Empfänger sind, während Briefe der zweiten Klasse langsamer zugestellt werden. Dieses Modell ist in anderen europäischen Ländern bereits gang und gäbe.

Das Postgesetz ist seit 30 Jahren unverändert und schreibt vor, dass 80 Prozent der Briefe am nächsten Tag ihr Ziel erreichen müssen. Allerdings funktioniert das in der Praxis immer weniger, weshalb die Bundesregierung eine Lockerung der Zeitvorgaben in Betracht zieht. Die Post hat dieses Signal dankend aufgegriffen und würde dementsprechend auf eine preislich gestaffelte Zustellung umsteigen.

Kritische Stimmen aus Verbraucherschutz und Gewerkschaft

Die Verbraucherzentrale NRW sieht in der Einführung des „Zwei-Klassen-Briefes“ eine Preiserhöhung durch die Hintertür. Die Verlässlichkeit sei bei wichtigen Briefen, die beispielsweise Kündigungen enthalten, besonders wichtig. Die Verbraucherzentralen raten daher bereits jetzt zum Einschreiben, um die Zustellung rechtssicher nachweisen zu können.

Die Fachgewerkschaft DPVKOM befürchtet einen Spardruck bei Personalkosten und sieht das eigentliche Problem durch das neue System nicht gelöst. Es bleibt abzuwarten, wie die Post auf die kritischen Stimmen reagieren wird.

Briefporto im europäischen Vergleich

Im europäischen Vergleich ist das Briefporto in Deutschland günstig. Mit 85 Cent kann man einen Brief quer durch Deutschland schicken. Andere europäische Länder verlangen da schon mehr. Laut Bundesnetzagentur liegt der Preis für ein Inlandsporto in Europa durchschnittlich bei 87 Cent.

Viele europäische Länder verlangen für eine Zustellung innerhalb eines Tages ein erhöhtes Porto, so wie es in Deutschland geplant ist. In Großbritannien gibt es bei Briefen die „First Class“, die eine Zustellung am nächsten Werktag inklusive samstags garantiert. Die Preise beginnen bei 95 Pence, umgerechnet 1,07 Euro. „Second Class“ bedeutet, dass Briefe innerhalb von zwei bis drei Werktagen beim Empfänger ankommen. Hier startet das Porto bei 68 Pence.

Auch die französische Post bietet mit dem „lettre verte“ eine Zustellung innerhalb von drei Tagen an, die weniger als die Hälfte des Preises des online verfolgbaren „lettre services plus“ kostet. In Österreich gibt es den „Schnell mit Prio, günstig mit Eco“-Service. Der Prio-Brief kostet mindestens einen Euro und ist am nächsten Werktag beim Empfänger, der Eco-Brief ab 0,81 Euro braucht zwei bis drei Werktage.

Die Deutsche Post bietet bereits einen Zusatzservice namens PRIO an, der eine Zustellung am nächsten Tag garantiert und eine Online-Sendungsverfolgung des Briefes beinhaltet. Allerdings muss der Kunde dafür 1,10 Euro mehr bezahlen.

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Kommentare

Ein Kommentar zu „Mögliche Umstellung bei der Post: Briefe erster und zweiter Klasse“

  1. Avatar von Jonas

    Anmerkung zum Einschreiben:

    Damit kann man zwar nachweisen, *dass* etwas verschickt wurde, allerdings nicht, was der Inhalt des Schreibens war. Könnte ja theoretisch eine leeres Blatt sein.

    Leider wurde der Service „epost“ vor kurzem eingestellt – dort war es möglich, Briefe elektronisch zu verfassen, die Post übernahm das Ausdrucken und die Zustellung an den Empfänger. Für den Versender gab es eine digitale Kopie (PDF) , ggf. inkl. Trackingnummer. Damit konnte man auch den Inhalt des Einschreibens nachweisen.

    Das war wirklich ein Top-Service!

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