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Miniwälder in Städten – Eine Klimaanlage fürs Viertel

Die zunehmende Bebauung in Großstädten macht es im Sommer oft unerträglich heiß. Die Lösung: Miniwälder. Die Idee stammt aus Japan und soll die Luft verbessern und die Temperaturen in den Wohngebieten abkühlen. In Hamburg gibt es bereits eine Initiative namens „Citizens Forests„, die diese Idee umsetzt. Doch wie funktioniert das Konzept der Tiny Forests?

Urbane Oasen für die Artenvielfalt

Der Waldforscher Akira Miyawaki aus Japan hatte bereits in den 1970er-Jahren die Idee, in Großstädten Miniwälder anzulegen. Er wollte damit das Klima verbessern, die Artenvielfalt fördern und die Luft von Schadstoffen reinigen. Die Bäume werden auf engstem Raum gepflanzt, was sie dazu veranlasst, besonders schnell zu wachsen, da sie um Licht konkurrieren. Der Boden wird mit natürlichen Nährstoffen angereichert, was das Wachstum weiter beschleunigt. Innerhalb von drei Jahren soll ein Tiny Forest in der Stadt sich selbst überlassen sein.

Mehr Pflanzaktionen

Miniwälder gibt es bereits in Indien, den USA und Europa, etwa in London und Wien. In Deutschland hat „Citizens Forests“ bereits 19 Miyawaki-Flächen gepflanzt, die erste in Schleswig-Holstein. Der Verein hat eine Mission: Er möchte Tausende weitere Städte und Gemeinden aufsuchen, um nicht genutzte Flächen für Tiny Forests zu finden.

Klimaeffekt kritisch betrachtet

Während jeder Baum in einem Wohngebiet die Staubbelastung reduziert und Schatten spendet, sind Tiny Forests aus Sicht von Waldexperten keine großen CO2-Speicher. Es bedarf weiterer Maßnahmen wie begrünten Fassaden und Dachgärten sowie einer nachhaltigen Holzwirtschaft, um den Klimaeffekt positiv zu beeinflussen.

Miniwälder brechen Versiegelung auf

Dennoch wirken Miniwälder wie riesige Klimaanlagen. Sie brechen die Versiegelung auf und verbessern so das Stadtklima. Die Initiative „Citizens Forests“ möchte die Lebensqualität in Quartieren verbessern und setzt sich dafür ein, mehr Grün in den Städten zu schaffen. In Hamburg und anderen deutschen Städten werden zurzeit mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt. Deshalb zählt jedes Stück Natur, jeder Baum. „Citizens Forests“ hat das ehrgeizige Ziel, allein in Hamburg in den nächsten Jahren 100.000 Bäume zu pflanzen.

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