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Mehrweg-Angebote: Kommt ein Pfandsystem für Weinflaschen?

In Deutschland wird immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein gelegt. Doch trotzdem gibt es noch einige Bereiche, in denen es an Mehrweg-Angeboten mangelt. Ein Beispiel hierfür ist die Weinflasche. Während für Getränkedosen und PET-Flaschen ein Pfandsystem besteht, gibt es für Weinflaschen kein flächendeckendes System. Ein Winzer aus der Pfalz hat nun eine kreative Lösung gefunden und verkauft seinen Wein in Bierflaschen. Doch ist das die einzige Möglichkeit, um eine nachhaltige Weinflasche zu erhalten?

Warum gibt es kein Pfandsystem für Weinflaschen?

Laut Verpackungsgesetz besteht für Weinflaschen in Deutschland keine Pfandpflicht. Das liegt vor allem an den vielen verschiedenen Weinflaschenvarianten, die es allein in Deutschland gibt. Eine Änderung des Verpackungsgesetzes, um ein Pfandsystem für Weinflaschen zu etablieren, ist in dieser Legislaturperiode nicht geplant. Jedoch gibt es Bemühungen, den Mehrweganteil in Deutschland zu erhöhen, zum Beispiel durch eine Mindestquote für Mehrweggetränkeflaschen in Supermärkten.

Regionale Pilotprojekte

In Baden-Württemberg gibt es bereits ein regionales Pfandsystem für 1,0-Liter-Weinflaschen. Nun startet auch ein Pilotprojekt für 0,75-Liter-Wein-Pfandflaschen, jedoch nur in der Region Württemberg und vorerst im Getränke- und Weinfachhandel. Für ein flächendeckendes Pfandsystem müssten sich Weinerzeuger auf zwei bis drei Flaschenvarianten beschränken. Dies würde die Herstellung und Rückgabe erleichtern.

Spülen statt Neuherstellung

Eine nachhaltigere Lösung wäre jedoch das Mehrfachverwenden von Weinflaschen. Der Glasspülbetrieb „Glasklar Kurpfalz“ reinigt seit Jahrzehnten Weinflaschen für Weingüter, die ihre Flaschen mehrfach verwenden. Eine neue Flasche herzustellen verursacht 600 bis 800 Gramm CO2, während das Spülen nur etwa 150 bis 200 Gramm CO2 verursacht. Eine bundesweit einheitliche Mehrweglösung für Weinflaschen ist das Ziel des Unternehmers, an dem bereits gearbeitet wird.

Mehrwegflaschen als umweltfreundliche Alternative

Eine nachhaltige Weinflasche ist also möglich. Es gibt bereits regionale Pilotprojekte und ein Spülbetrieb, der Weinflaschen mehrfach reinigt. Auch die Einführung eines flächendeckenden Pfandsystems wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Mit einer höheren Quote an Mehrwegflaschen könnten wir einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile für deutsche Erzeuger schaffen. Es ist an der Zeit, dass auch Weinflaschen als Mehrwegflaschen betrachtet werden und somit eine umweltfreundliche Alternative zur Einwegflasche bieten.

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