Die Luftverschmutzung bleibt trotz Anstrengungen der europäischen Städte, die Luftqualität zu verbessern, weiterhin ein Problem, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Laut der Europäischen Umweltagentur (EEA) führt die hohe Belastung mit Schadstoffen wie Feinstaub jährlich zu mehr als 1200 vorzeitigen Todesfällen von Kindern und Jugendlichen in Europa. Außerdem erhöht sie das Risiko von Krankheiten im späteren Leben erheblich.
Kinder sind besonders gefährdet, da ihre Organe und ihr Immunsystem noch in der Entwicklung sind. Die EEA fordert daher dringend Maßnahmen auf EU-, nationaler und lokaler Ebene, um alle Europäerinnen und Europäer, insbesondere aber Kinder, vor schlechter Luft zu schützen. Es müsse mehr für den Schutz der kindlichen Gesundheit vor den negativen Folgen der Luftverschmutzung getan werden, erklärt die in Kopenhagen ansässige Behörde.
Luftverschmutzung an der Quelle reduzieren
Um Kinder besser zu schützen, ist es am wichtigsten, die Luftverschmutzung an der Quelle zu reduzieren – also im Verkehr, in der Industrie und beim Heizen. Eine gute Maßnahme wäre auch, sich auf eine Verbesserung der Luftqualität rund um Schulen und Kindergärten zu konzentrieren, zum Beispiel durch mehr Grünflächen.
In einigen Städten gibt es jedoch Lichtblicke. Faro in Portugal sowie Umeå und Uppsala in Schweden haben die sauberste Luft in Europa gemessen an der Feinstaubbelastung, wie aus den jüngsten Vergleichswerten von 375 europäischen Städten hervorgeht.
Deutschland schneidet je nach Schadstoff unterschiedlich ab
Deutschland wird von den Umweltexperten je nach Schadstoff unterschiedlich eingeschätzt. Beim Feinstaub liegt die Bundesrepublik im vorderen Mittelfeld der analysierten Staaten, beim Stickstoffdioxid, das hauptsächlich aus dem Straßenverkehr stammt, schneidet sie aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens dagegen am schlechtesten ab.
Noch ein weiter Weg
Trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren liegt die Belastung mit verschiedenen Schadstoffen in vielen Ländern weiterhin hartnäckig über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerten, insbesondere in Mittelosteuropa und Italien. Die Hauptursache für die dortige Feinstaubbelastung ist die Verbrennung fester Brennstoffe wie Kohle beim Heizen und in der Industrie. Neben den Feinstaubwerten sind auch die Werte bei Ozon und Stickstoffdioxid nach wie vor zu hoch.
Es bleibt noch ein weiter Weg, bis die Luft wirklich sauber ist. Die EEA veröffentlicht im Herbst jedes Jahres eine neue Schätzung, wie viele vorzeitige Todesfälle insgesamt auf die Luftverschmutzung zurückzuführen sind.
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