Der Klimawandel macht auch vor den Alpen nicht halt. Die Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf die Wasserversorgung und die Tier- und Pflanzenwelt, sind spürbar. Der Schnee auf den Bergen schmilzt immer schneller, was dazu führt, dass im Frühling weniger Schmelzwasser in die Flüsse und Seen fließt. Dies hat Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel, die Pegelstände der Gewässer und die Stromerzeugung in Wasserkraftwerken. Auch die Lebensräume für Tiere und Pflanzen werden kleiner.
Weniger Schnee bedeutet weniger Schmelzwasser
Die Folgen des Klimawandels sind im Alpenraum besonders deutlich zu spüren. Wenn oben am Berg weniger Schnee liegt, fließt auch weniger Schmelzwasser in die Flüsse und Seen. Die Auswirkungen reichen bis ins Tal, wo der Grundwasserspiegel weiter sinkt. Auch der Bodensee ist betroffen. Normalerweise steigt der Pegel des Sees im Sommer an, wenn das Schmelzwasser aus den Alpen in den See fließt. Doch seit Jahrzehnten fällt immer weniger Schnee, was dazu führt, dass immer weniger Schmelzwasser in den See fließt und stattdessen mehr Regenwasser über das ganze Jahr verteilt.
Pegelstände verteilen sich über das ganze Jahr
Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch an den Pegelständen der Gewässer zu erkennen. Früher zeichneten die Pegel eine Normalverteilungskurve von Januar bis Dezember: wenig Wasser im Januar, Höchststände Ende Juni/Anfang Juli und wieder wenig Wasser im Dezember. Doch diese Kurve wird immer flacher, da immer weniger Schmelzwasser in die Gewässer fließt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Ufer des Bodensees. Im vergangenen Jahr waren die Pegel so niedrig, dass das Bodensee-Vergissmeinnicht erstmals im Sommer am Ufer frei lag und zu blühen begann, obwohl es normalerweise komplett mit Wasser bedeckt ist.
Schmelzwasser als Hochwassergefahr
Wenn der Schnee auf den Bergen schmilzt, fließt das Wasser auch in die Stauseen. Der Forggensee, der größte Stausee in Deutschland, wird jedes Jahr über die Wintermonate um einige Meter abgelassen, um Schmelzwasser aufnehmen zu können. Doch da immer weniger Schnee fällt, wird auch immer weniger Platz zum Auffangen benötigt. Wenn während der Schneeschmelze im Durchschnitt 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Forggensee fließen, kann diese Menge um das Zwanzigfache steigen, was zu einem Anstieg von bis zu 1200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde führt.
Kraftwerke spüren den Rückgang
Wasserkraftwerke am Lech spüren den Rückgang des Schmelzwassers ebenfalls. Das Unternehmen Uniper reguliert den Wasserspiegel am Forggensee und betreibt 22 Kraftwerke am Lech. Da die Schneedecke der Alpen immer weniger wird, fließt auch weniger Schmelzwasser in den Lech. Das führt dazu, dass die Kraftwerke weniger Energie produzieren können, da weniger Wassermengen den Fluss entlang laufen.
Views: 1

