Die Idee, klimaneutral mit dem Auto zu fahren, klingt zunächst einfach: Elektrofahrzeuge, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, sind emissionsfrei, oder? Leider gibt es ein Problem, das oft übersehen wird: Die Produktion eines Autos ist ein CO2-intensiver Prozess, der große Mengen an Emissionen verursacht. In diesem Artikel gehen wir der Frage nach, wie sich die CO2-Emissionen in der Produktion von Autos reduzieren lassen, um eine klimaneutrale Mobilität zu erreichen.
CO2-Verbrauch bei der Produktion: Ein Ortstermin im Werk
Ein Blick ins Werk von BMW in Landshut zeigt, wie energieintensiv die Produktion eines Autos ist. Hier werden alle wichtigen Aluminiumteile der BMW-Fahrzeuge produziert, wie zum Beispiel der Zylinderkopf für die Baureihen mit Sechszylindermotoren. Um das Aluminium zu schmelzen und für die verschiedenen Gussteile im Auto weiterzuverarbeiten, muss es auf bis zu 900 Grad erhitzt werden. Das geschieht bislang nur mit Erdgas und verursacht gewaltige Mengen an Kohlendioxid.
Recycling als Lösung
Auch die Herstellung des Leichtmetalls selbst ist sehr CO2-intensiv. Um die großen Emissionen zu reduzieren, setzt BMW auf Recycling. Zwei Drittel des Metalls sind wiederverwertetes Material, das restliche Drittel kommt aus Dubai und wird ausschließlich mit Solarstrom produziert. Das spart im Vergleich zur konventionellen Herstellung erhebliche Mengen an Kohlendioxid. Doch wie sieht es mit dem Transport aus? Muss das mit „grüner“ Energie hergestellte Metall über Tausende Kilometer nach Landshut transportiert werden, und verpufft damit der positive Effekt nicht wieder?
Experten weisen darauf hin, dass die Aluminiumherstellung besonders energieintensiv ist. Es macht also wirklich viel Sinn, das Material vor Ort mit grünem Strom zu produzieren. Der Transport schlägt dann zwar noch einmal zu Buche, aber das ist anteilig sehr viel geringer zu gewichten als die Herstellungsenergie.
Emissionen in der Lieferkette: CO2-neutrales Aluminium
Ab nächstem Jahr will BMW große Teile seines Aluminiums mit noch weniger CO2-Ausstoß herstellen lassen. In Kanada setzt der Zulieferer Rio Tinto auf Wasserkraft und ein neues Verfahren, das eine Ersparnis von 70 Prozent CO2 gegenüber der üblichen Produktion verspricht. Für BMW ist dies ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaschutz. Das Unternehmen hat sich ein ehrgeiziges Ziel vorgenommen, bis 2030 den CO2-Fußabdruck jedes verkauften Autos um 40 Prozent zu reduzieren.
Autoteile aus dem 3-D-Drucker: Potenzial für Nachhaltigkeit
Neben dem Recycling und der CO2-reduzierten Herstellung von Materialien gibt es auch innovative Ansätze in der Konstruktion von Autos. Thomas Binder von der Technischen Hochschule Ingolstadt erforscht beispielsweise die Verwendung von 3-D-Druckern zur Produktion.
Views: 0

