Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich für die Erneuerung ihrer Heizung, um umweltfreundlicher zu heizen. Eine beliebte Option sind Wärmepumpen. Allerdings eignen sich diese nicht für jedes Haus und es gibt auch Lieferengpässe. Doch es gibt auch alternative Technologien, die klimafreundliches Heizen ermöglichen.
Gasheizung erlebt späte Renaissance
Obwohl das Verbot für neue Gasheizungen in Deutschland ab 2024 eingeführt wird, erlebt die Gasheizung derzeit eine späte Renaissance. Einige Kunden möchten ihre alten Gasheizungen noch schnell austauschen, bevor das Verbot in Kraft tritt. Heizungsinstallateure berichten von erhöhter Nachfrage, sehen die Entwicklung aber dennoch skeptisch. Ein Umstieg auf Wärmepumpen ist nicht immer die beste Option.
Kostenvergleich: Gastherme vs. Wärmepumpe
Ein direkter Kostenvergleich zeigt, dass eine neue Gastherme für ein Beispielhaus etwa 12.000 Euro kostet, zuzüglich etwa 1.500 Euro pro Jahr für Gas, was insgesamt 2.100 Euro pro Jahr entspricht. Eine Wärmepumpe hingegen kostet für dasselbe Beispielhaus etwa 25.000 Euro, zuzüglich etwa 1.250 Euro pro Jahr für Strom, also insgesamt 2.500 Euro pro Jahr. Experten rechnen damit, dass die Kosten für Gas in Zukunft weiter steigen könnten.
Vielfältige Alternativen zur Gasheizung
Millionen Häuser in Deutschland sind jedoch noch älter. Damit eine Wärmepumpe Sinn macht, müssten sie für viel Geld gedämmt werden. Energieexperten von der Uni Siegen betonen daher die Notwendigkeit von verschiedenen Technologien wie Fernwärme, Biogas, Biomasse und Geothermie, sowohl für einzelne Gebäude als auch für Quartiere.
Eine mögliche Alternative zur Wärmepumpe ist eine Dorfheizung auf Biogasbasis. Im thüringischen Dorf Schlöben wird aus Gülle und Mist Biogas erzeugt, das zu Strom und Wärme umgewandelt wird. Die Wärme wird über ein Nahwärmenetz im Dorf verteilt und die Kosten werden über die Verbrauchsgebühren umgelegt, was günstiger als eine Gasheizung oder Wärmepumpe ist.
Schweden: Vorbild bei Fernwärme und CO2-Steuer
In Schweden sind bereits 57 Prozent der Haushalte an die Fernwärme angeschlossen, Gas, Öl und Kohle liefern nur noch drei Prozent der Heizwärme. Seit 1991 wird in Schweden für Emissionen aus fossilen Energien eine CO2-Steuer erhoben. Deutschland hat hier noch Nachholbedarf.
Fazit
Um klimafreundlich zu heizen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die je nach Situation des Hauses und der Region variieren. Es muss nicht immer die teure Wärmepumpe sein. Biogas, Biomasse und Geothermie sowie Fern- oder Nahwärme können ebenso eine Alternative sein.
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