Ein Meilenstein nach über 30 Jahren – Die Rückkehr der Innovation auf Schienen
Am 16. Juni 2025 war es endlich so weit: Die ersten neuen Straßenbahnen der Oderstadt Frankfurt (Oder) rollten mit Fahrgästen durch die Abendstunden – ein historisches Ereignis, denn es sind die ersten neuen Fahrzeuge auf den Gleisen seit über 32 Jahren. Einen Tag später, am 17. Juni, begann der reguläre Linienbetrieb. Damit startet nicht nur ein neues Kapitel in der Geschichte des städtischen Nahverkehrs, sondern auch ein Impulsprojekt für nachhaltige urbane Mobilität in Brandenburg.
Vom Plan zum Projekt – Eine Beschaffung mit langer Vorgeschichte
Der Weg zur neuen Straßenbahngeneration war lang – und von Rückschlägen geprägt. Bereits 2015 begann Frankfurt (Oder) mit einer eigenen Ausschreibung über 13 moderne Niederflurstraßenbahnen. Die Idee einer gemeinsamen Ausschreibung mit Cottbus und Brandenburg an der Havel bestand schon damals, doch es fehlte an Einigkeit über das Konzept.
Nach mehreren gescheiterten Anläufen wurde 2018 endlich ein gemeinsamer Weg gefunden. Die drei Städte schlossen sich zusammen und erhielten eine Förderzusage vom Land Brandenburg. Am 17. Februar 2021 bekam der tschechische Hersteller Škoda den Zuschlag. Produziert wurde im traditionsreichen Škoda-Werk in Pilsen. Mit Verzögerungen begann die Fertigung im Sommer 2023, das erste Fahrzeug erreichte Frankfurt (Oder) in einer nächtlichen Aktion am 10. April 2024.
Nachhaltig durch Technik – Die Skoda 46T als Zukunftsversprechen
Die neuen Straßenbahnen vom Typ Škoda 46T setzen nicht nur optisch, sondern auch technisch ein klares Statement. Mit einer Länge von 28,96 Metern bieten sie spürbar mehr Platz – 151 Fahrgäste können mitfahren, davon 51 sitzend. Zwei große Mehrzweckbereiche mit zusätzlichen Klappsitzen, Klimaanlage, stufenlose Einstiege und moderne LED-Informationssysteme machen die Fahrt komfortabel und barrierefrei.
Die Fahrzeuge sind vollständig niederflurig, klimatisiert und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h – das ist nicht nur komfortabel, sondern auch effizient im städtischen Verkehr. Mit 2,6 Millionen Euro pro Fahrzeug stellt die Investition in die 13 neuen Bahnen ein Bekenntnis zur klimafreundlichen Mobilität dar. Finanziert wurde das Projekt maßgeblich durch das Land Brandenburg.
Design trifft Funktion – So sehen die neuen Bahnen aus
Ästhetisch wie funktional überzeugt das neue Design: Die Front ist leicht angespitzt, rund geschwungen, mit tief eingelassenen LED-Leuchten und einem farbigen Info-Display über dem Führerstand. Außen dominieren Mintgrün, ein abgesetztes Fensterband in Schwarz sowie ein dunkler Zierstreifen – ein frischer Look, der den Wandel sichtbar macht.
Innen bietet sich ein aufgeräumtes, modernes Bild: LED-Streifen an den Türen signalisieren Ein- und Ausstieg, Infomonitore zeigen die nächsten Haltestellen und Umsteigemöglichkeiten an. Alles wirkt durchdacht – und ist es auch.
Abschied von der Tatra – das Ende einer Ära
Mit dem Start der neuen Bahnen geht auch eine Ära zu Ende: Die bekannten Tatra KT4D, seit Jahrzehnten ein vertrautes Bild im Stadtbild, werden nach und nach ausgemustert. Noch 14 Fahrzeuge sind aktuell im Einsatz, doch mit der fortschreitenden Lieferung der Škoda 46T werden sie endgültig ersetzt.
Diese Modernisierung bedeutet mehr als nur neue Technik: Sie ist ein aktiver Beitrag zur Nachhaltigkeit. Weniger Lärm, mehr Energieeffizienz und vor allem: echte Barrierefreiheit – ein Fortschritt, der sichtbar und spürbar wird.
Zukunft fährt elektrisch – und gemeinsam
Die Entscheidung zur gemeinsamen Beschaffung mit Brandenburg an der Havel und Cottbus zeigt: Nachhaltiger Nahverkehr ist kein Einzelprojekt, sondern ein kooperatives Unterfangen. Insgesamt 43 Fahrzeuge wurden für die drei Städte geordert – ein Zeichen dafür, dass Bündelung von Kräften sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll ist.
Mobilität von morgen beginnt heute – vor Ort, effizient, klimafreundlich
Die neuen Straßenbahnen zeigen eindrucksvoll, wie moderne Technik und Umweltverantwortung Hand in Hand gehen können. Frankfurt (Oder) hat sich mit dieser Investition nicht nur für mehr Komfort und Kapazität entschieden, sondern auch für ein klares Signal: Zukunftsfähige Mobilität ist lokal, elektrisch und verlässlich.
Die Schiene ist zurück – stärker, smarter und nachhaltiger
Mit dem Einstieg in die neue Straßenbahngeneration setzt Frankfurt (Oder) ein Zeichen – für Technik, Nachhaltigkeit und echte Umweltverantwortung. Der öffentliche Nahverkehr wird attraktiver, moderner und vor allem eines: zukunftsfähig.
Frankfurt fährt vor – auf dem Weg in eine grünere, effizientere und barrierefreie Mobilität der Zukunft.
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