Die Elektromobilität gewinnt auch im öffentlichen Personennahverkehr immer mehr an Bedeutung. Bis 2030 sollen in Deutschland bereits 50% der Stadtbusse elektrisch fahren. Die Umstellung ist jedoch teuer und die Förderung des Bundes begrenzt. Doch trotz dieser Herausforderungen ist die E-Bus-Branche im Aufwind. Laut dem „E-Bus Radar 2022“ rollten Ende 2021 bereits 1269 Busse mit elektrifiziertem Antrieb auf Deutschlands Straßen.
Woher die Busse stammen und wer die Marktführer sind
China ist global betrachtet der größte Lieferant von E-Bussen. In Deutschland sind jedoch die niederländischen Marktführer VDL und Ebusco sowie der polnische Hersteller Solaris und die deutschen Firmen MAN und Daimler Truck mit ihrer Tochterfirma Evobus führend. Evobus produziert seit 2018 den rein batterie-elektrisch angetriebenen Stadtbus Mercedes-Benz eCitaro in Serie. Alle elektrisch angetriebenen Stadtbusse werden im Daimler-Buses-Werk in Mannheim gefertigt.
Klimaschutz ist der Hauptgrund für den Umstieg
Die Transformation hin zur Elektromobilität hat in den Städten mit dem Thema Luftreinhaltung begonnen. Nordrhein-Westfalen hat davon besonders profitiert, da es viele große Städte mit einer hohen Feinstaubbelastung gibt. Ende 2021 lag Nordrhein-Westfalen mit rund 300 E-Bussen im bundesweiten Vergleich deutlich vorne. Länder mit weniger Einwohnern und langen Strecken oder vielen Steigungen waren anfangs weniger attraktiv für E-Busse, da die Reichweite begrenzt war. Aktuell haben die Busse jedoch eine Reichweite von etwa 250 Kilometern.
Die Umstellung ist teuer
Obwohl viele Verkehrsbetriebe auf E-Busse umstellen möchten, ist die Umstellung teuer. Die Busse selbst kosten etwa zweieinhalbmal so viel wie ein Dieselbus, nämlich rund 550.000 Euro für einen reinen Batteriebus. Zudem muss eine Ladeinfrastruktur aufgebaut werden, die viel Fläche benötigt. Auch die Abläufe auf dem Betriebshof müssen geändert werden. Die IT-Systeme müssen ebenfalls umgestellt werden. Der Bund fördert zwar die Umstellung auf E-Busse, aber es gibt nur Mittel für 2500 Fahrzeuge.
Kritik vom Branchenverband
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) kritisiert die begrenzte Förderung durch den Bund. Die Bundesregierung hatte das Ziel ausgegeben, dass bis 2030 jeder zweite Stadtbus elektrisch fahren soll. Bislang machen Hybrid- und Elektrobusse jedoch nur rund 2,4 Prozent der gesamten ÖPNV-Busflotte aus. Druck kommt auch von der Europäischen Union, die den Umstieg auf alternative Antriebe bis 2030 zur Pflicht machen möchte.
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