Eine neue Studie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) zeigt, dass die Insektenvielfalt in Deutschland weiterhin abnimmt, auch in Naturschutzgebieten. Das hat Auswirkungen auf die biologischen Kreisläufe und bedroht das Überleben von Wildbienen und anderen Insekten. Die Ergebnisse des DINA-Projektes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, geben wichtige Hinweise darauf, warum Insektenvielfalt abnimmt und was dagegen getan werden kann. Die Studie bestätigt den Trend, dass die Gesamtmasse an Insekten abnimmt, und zeigt, dass sich angrenzende Ackerflächen negativ auf die Artenvielfalt an Rändern von Naturschutzgebieten auswirken.
Gefahren für die Insektenwelt
Schutzgebiete sind oft von konventioneller Landwirtschaft umgeben, von wo immer stärkere Pestizide eingetragen werden. Da Fluginsekten einen größeren Aktionsradius haben als bisher angenommen, schrumpft die eigentliche Schutzfläche für Pflanzen und Tiere. Die direkte Konfrontation mit der intensiven Landwirtschaft ist für Insekten gefährlich. In allen untersuchten Schutzflächen konnte die Forschungsgruppe Pestizide an Insekten nachweisen. Die Anzahl der Pestizide stieg nahe intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten an. Von den derzeit meistverwendeten 92 Pestiziden wurden im Schnitt knapp 17 Chemikalien an den Tieren gefunden – erstaunlicherweise auch ein Wirkstoff, der in Deutschland bereits verboten ist.
Dialog fördern für mehr Akzeptanz
Neben naturwissenschaftlichen Ansätzen untersuchte das DINA-Projekt auch sozialwissenschaftliche Fragen. Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) untersuchte die Einstellung lokaler Akteure zum Thema Biodiversität und Insektenschutz. In den Dialogen wurde klar, dass lokale Landwirte die Auswirkungen von Pestiziden auf Insekten zwar erkennen, diese aber überwiegend als abstrakt wahrnehmen. Eine konkrete Gefährdung der lokalen Insektenbestände wird von vielen nicht gesehen. ISOE-Forscher leiten daraus ab, dass pauschale Verordnungen den Akteuren vor Ort nicht helfen. Stattdessen ist es notwendig, dass die unterschiedlichen Akteure gemeinsam zu Insektenschutz-Lösungen kommen. Dafür braucht es mehr Dialog und staatliche Förderung, um Akzeptanz zu schaffen.
Wie lässt sich der Trend umkehren?
Die Ergebnisse des DINA-Projekts sind alarmierend, aber es gibt auch Lösungen. Um den Trend umzukehren, müssen wir die Verwendung von Pestiziden reduzieren und den Schutz von Insekten und ihrer Lebensräume verbessern. Dazu müssen verschiedene Akteure zusammenarbeiten, darunter Landwirte, Umweltschützer und Regierungen.
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